Eurythmie als Gesamtkunstwerk

Wie an einer Perlenschnur durchziehen die eurythmischen Darstellungen den Aufführungskanon der Hiberniaschule. Immer wieder gehen aus den Eurythmie-Unterrichten unterschiedlichste Darbietungen hervor: es sind Gelegenheiten, die Schüler bei der Auseinandersetzung mit dieser Kunst wahrzunehmen und sich gleichzeitig von deren Darstellungsfähigkeit begeistern zu lassen.

Der Weg vom Unterricht zur Aufführung

Die Eurythmie ist fester Bestandteil des Fächerkanons der Hiberniaschule und wird von der ersten bis zur 10. beziehungsweise bis zur 13. Klasse angeboten. Sie ermöglicht den Schülern Auseinandersetzung, Einleben und Arbeiten mit der Bewegung mit und an literarischen und musikalischen Inhalten und Ausdrucksformen.

Der Eurythmieunterricht hat zur Aufgabe, die Entwicklung der körperlichen und psychischen Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Im Mittelpunkt des Unterrichtes steht der Jugendliche mit seiner individuellen Lern- und Entwicklungsfähigkeit. Durch die Auseinandersetzung mit Inhalten, die ihn innerlich und äußerlich bilden, die seine Fähigkeiten der (Selbst-) Wahrnehmung und des Ausdrucks vertiefen und erweitern, findet er den Raum für einen kreativ-gestalterischen Umgang mit Bewegung, Sprache und Musik. Raum, Farbe, Kostüm, Licht, das Miteinander und die eigene Standfestigkeit (in doppeltem Sinne) sind die Qualitäten, die das Erleben in einen beweglichen künstlerischen Ausdruck führen können, die eben nicht nur darstellen, sondern wirkliches, seelisches Erleben zu transportieren in der Lage sind.

Wichtig ist, dieses Erleben auch zu teilen: Ältere Schüler zeigen den Jüngeren regelmäßig etwas von ihrer Arbeit – wie die Märchen oder Geschichten der achten Klassen für ihre Patenkinder aus den ersten Klasse oder die Märchenaufführungen, die unsere Auszubildenden in der Kinderpflege den Kindergartenkindern und jüngeren Schülern schenken. Viele Projekte, großenteils von SchülerInnen der Oberstufe freiwillig erarbeitet und organisiert, finden ein Publikum innerhalb und außerhalb der Schule. Auch in der Kolleg-Stufe wird, in Anbindung an den Projektbereich des HK II, Raum dafür geboten, eigene künstlerischen Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Auf der Bühne

Vor diesem Hintergrund kam beispielsweise in der Vergangenheit das schulübergreifende Projekt „Expedition Peer Gynt“ zustande: Als Umsetzung der Peer Gynt-Suiten von Edward Grieg wurde eine Collage aus Drama, Musik, Eurythmie und Tanz geschaffen. Selbst verfasste und klassische Lyrik sowie eigens von Orchestermitgliedern (Jugendsinfonieorchester Recklinghausen) und Schülern komponierte Musikstücke vervollständigten die Interpretation. Das Gesamtkunstwerk mit 180 Mitwirkenden war auf der schuleigenen und auf öffentlichen Bühnen zu sehen und in einer Bilderausstellung wurden weitere Schülerarbeiten zum Thema gezeigt. Neben diesen künstlerischen Herausforderungen stieß die Arbeit mit dem Peer Gynt bei den Umsetzenden auch viele Fragen an: Wie sieht sich eigentlich der Protagonist in dem Werk und wie erlebt er seine Lebensaufgabe? Wie sehe ich eigentlich meine eigene? Und wann bin ich denn wirklich ich selbst?

Neben diesem Großprojekt wurden und werden immer wieder viele einzigartige Programme präsentiert: Zum Beispiel die stillen „Szenischen Dichtungen“ von Nelly Sachs, eine tosende Aufführung der „Carmina Burana“ mit Chor und Orchester der Schule, lyrische Programme, dramatische Versuche, die „Antigone“ von J. Anouilh, Märchenaufführungen, musikalische Darstellungen, Klassisches und Modernes.

HiberniapädagogikProjekteElternmitarbeitInitiativenSelbstverwaltungDaten und FaktenAbschlüsseUnterrichteSchüleraufnahmenLeib und SeeleVerwaltungLehrerbildungArchitekturGanztagsUnterstufeEntwicklung der Persönlichkeitschulische und berufspraktische BildungHibernia-Kolleg